Meine ehrliche Antwort nach 10 Jahren Websites und WordPress
„Brauche ich noch eine Website?“ – diese Frage höre ich regelmäßig. Manchmal direkt: „Reicht nicht auch Instagram?“ Manchmal versteckt: „Können wir das erstmal kleiner angehen?“ Und manchmal als fertige Überzeugung: „Mein Neffe sagt, Websites braucht man heute nicht mehr.“
Ich verstehe den Gedanken. Social Media ist einfacher, schneller, und irgendwie anfassbarer als eine Website, die im Hintergrund still vor sich hinexistiert. Aber nach mehr als zehn Jahren, in denen ich Websites für inhabergeführte Unternehmen in der Region baue und betreue, habe ich eine klare Meinung dazu – und die ist differenzierter als ein einfaches Ja oder Nein.
„Aber mein Instagram läuft doch gut“
Vielleicht. Und trotzdem sehen deine Posts im Schnitt nur 2 bis 5 Prozent deiner Follower. Organisch, ohne Werbebudget. Vor zehn Jahren waren es auf Facebook noch 16 Prozent.
Die Plattformen haben sich verändert. Was früher ein Marktplatz war, auf dem du kostenlos deine Ware zeigen konntest, ist heute ein Pay-to-play-System. Du mietest dort Aufmerksamkeit – und die Miete steigt jedes Jahr. Die Spielregeln bestimmt jemand anders.
Deine Website dagegen? Gehört dir. Kein Algorithmus, der entscheidet, ob jemand deinen letzten Beitrag sieht. Kein Konzern, der morgen beschließt, dass organische Reichweite jetzt nur noch 0,5 Prozent beträgt.
Ein Donnerstag im Juli 2025

Was vielen nicht bewusst ist: Das Konto gehört nicht dir, sondern der Plattform. Im Juli 2025 hat das Landgericht Berlin einen Fall verhandelt, der das deutlich macht – ein gewerblicher Instagram-Account wurde ohne vorherige Anhörung deaktiviert, der Einspruch automatisch abgelehnt. Das Gericht hat die Sperrung am Ende aufgehoben, aber das Geschäft war über Monate lahmgelegt. Solche Fälle nehmen zu. Es gibt inzwischen Kanzleien, die sich auf nichts anderes spezialisiert haben als gesperrte Social-Media-Accounts.
Das heißt nicht, dass Social Media schlecht ist. Aber es heißt: Wer ausschließlich dort präsent ist, hat kein eigenes Fundament.
Deine Website dagegen? Gehört dir. Kein Algorithmus, der entscheidet, ob jemand deinen letzten Beitrag sieht. Kein Konzern, der morgen die Regeln ändert.
Was sich wirklich verändert hat
Früher war die Website das Schaufenster: Du baust sie, Google findet sie, Kunden kommen. Das funktioniert heute so nicht mehr.
Googles KI-Zusammenfassungen beantworten immer mehr Fragen direkt in der Suche. Rund 69 Prozent aller Google-Suchen enden inzwischen, ohne dass jemand auf ein Ergebnis klickt. Gleichzeitig nutzen Millionen Menschen ChatGPT, Perplexity und Co. als erste Anlaufstelle für Recherchen – auch im B2B: Laut Forrester setzen 94 Prozent der B2B-Einkäufer KI-Tools bei der Anbieterrecherche ein.
Mehr dazu, was das konkret für deine Website bedeutet, haben wir in unserem Artikel zu AI Overviews zusammengefasst.
Kurz: Die Art, wie Menschen Informationen suchen, hat sich verändert. Aber daraus zu schließen, dass eine Website überflüssig ist, ist ein Denkfehler. Und zwar ein teurer.
Der Moment, in dem es drauf ankommt
Ich erlebe in Kundengesprächen immer wieder dasselbe Muster: Jemand hat das Unternehmen über eine Empfehlung kennengelernt, auf einem Netzwerktreffen gesehen oder in einer KI-Antwort entdeckt. Der erste Weg danach? Nicht Instagram. Nicht Facebook. Die Website.
Dort fällt die Entscheidung. In dreißig Sekunden.
Wirkt das professionell? Finde ich, was ich brauche? Wer steckt dahinter? Kann ich denen vertrauen?
Wer auf diese Fragen keine gute Antwort hat – oder gar keine Website, auf der sie beantwortet werden – fliegt raus. Still und leise, ohne es je zu erfahren.
Laut Gartner fallen 80 Prozent der B2B-Kaufentscheidungen, bevor überhaupt ein Vertriebsgespräch stattfindet. Käufer informieren sich selbst. Und ihre wichtigste Quelle ist die Anbieter-Website.
Die Website ist nicht mehr das Schaufenster, durch das Leute zufällig spazieren. Sie ist der Verhandlungstisch: Der Ort, an dem jemand, der bereits interessiert ist, seine finale Entscheidung trifft.
Und was ist mit KI?
ChatGPT, Perplexity, Googles AI Overviews – all diese Systeme generieren ihre Antworten aus Website-Inhalten. Sie crawlen das Web, lesen Texte, werten strukturierte Daten aus und bauen daraus eine Antwort zusammen.
Ohne Websites keine KI-Antworten. So einfach ist das.
Wer keine Website hat, existiert für diese Systeme schlicht nicht. Wer eine schlechte Website hat, wird nicht zitiert. Und wer eine gut strukturierte, inhaltlich klare Website hat, taucht in KI-generierten Antworten auf – mit Verweis auf die eigene Seite.
Das Interessante daran: Besucher, die über eine KI-Empfehlung auf eine Website kommen, konvertieren deutlich besser als normaler Google-Traffic. Der absolute Anteil ist heute noch klein. Aber das Wachstum ist enorm – und wer jetzt eine gute Website hat, sammelt diesen Traffic ein. Wer keine hat, schaut zu.
„Mein Google Business Profil reicht doch“
Ein Google Business Profil ist wichtig, keine Frage. Öffnungszeiten, Bewertungen, Standort – für den ersten Kontakt ist das Gold wert.
Aber es reicht nicht, um Vertrauen aufzubauen. Ein Google Business Profil ist wie ein Eintrag im Telefonbuch. Es sagt: „Diesen Laden gibt es.“ Aber es sagt nicht: So arbeiten wir. Das unterscheidet uns. Deshalb sind wir die Richtigen für dich.
Genau das leistet deine Website.
Was eine Website 2026 aber auch können muss
Hier kommt der ehrliche Teil: Eine Website „nur um sie zu haben“ – das reicht nicht mehr. Die Zeiten der digitalen Visitenkarte sind vorbei. Was 2026 zählt:
Klarheit in Sekunden. Was bietest du an? Für wen? Was ist der nächste Schritt? Wenn das nicht sofort klar wird, sind die Leute weg. Kein Mensch scrollt sich durch drei Seiten Fließtext, um herauszufinden, ob du Dächer deckst oder Steuererklärungen machst.
Echtes Vertrauen statt Marketing-Versprechen. Referenzen, echte Fotos, echte Stimmen. Nicht „Wir sind die Besten“, sondern: „Das sagen unsere Kunden.“ Menschen kaufen von Menschen – und deine Website ist der Ort, an dem sie diese Menschen sehen.
Mobil funktionieren. Über 75 Prozent aller Suchanfragen kommen vom Smartphone. Wenn deine Seite auf dem Handy aussieht wie ein Puzzle aus dem Jahr 2014, hast du schon verloren, bevor jemand liest, was du anbietest.
Schnell laden. Jede Sekunde Ladezeit kostet Besucher. Und Google bestraft langsame Seiten beim Ranking.
Auffindbar sein. Nicht mit Keyword-Spam, sondern mit Inhalten, die echte Fragen deiner Kunden beantworten. Wer bei Google und in KI-Antworten auftauchen will, braucht eine technisch saubere, inhaltlich relevante Website.
Rechtlich sauber. Cookie-Banner, Datenschutzerklärung, Impressum, sichere Kontaktformulare. Das ist keine Kür, sondern Pflicht. Und ab 2025 kommen mit dem Barrierefreiheitsstärkungsgesetz (BFSG) neue Anforderungen dazu – für eine Website, die wirklich für alle funktioniert.
Social Media ist nicht der Feind
Damit das klar ist: Ich sage nicht, dass Instagram oder Facebook sinnlos wären. Im Gegenteil. Beide funktionieren am besten zusammen mit einer eigenen Website.
Social Media bringt Aufmerksamkeit. Die Website liefert Überzeugung.
Social Media sagt: „Hey, die gibt’s!“ Die Website sagt: „Deshalb lohnt es sich, mit denen zu reden.“
Wer beides hat, ist im Vorteil. Wer nur Social Media hat, sitzt auf einem Stuhl mit einem Bein.
Mein Fazit
Websites sterben nicht. Aber ihre Rolle verändert sich. Und das ist eigentlich eine gute Nachricht.
Denn wer eine Website hat, die wirklich etwas leistet – die klar ist, schnell, ehrlich und auf die Bedürfnisse der Besucher zugeschnitten – der hat heute einen echten Vorteil gegenüber Mitbewerbern, die nur auf Social Media setzen. Oder die eine Website haben, die seit 2016 nicht mehr angefasst wurde.
Die Frage ist nicht mehr: Brauche ich eine Website?
Die Frage ist: Arbeitet meine Website für mein Unternehmen – oder steht sie nur rum?
Wenn du dir das bei deiner Website ehrlich nicht sicher bist, rede ich gerne mit dir darüber. Nicht mit einem Verkaufsgespräch im Sinn, sondern mit einer ehrlichen Einschätzung, was bei dir Sinn ergibt und was nicht.
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